Standortanalyse und Risikobewertung

Zeitlicher Verlauf, Standort und erste Prognosen
Lusi Mud Volcano in Google Earth

Seit dem 29. Mai 2006 spuckt der Schlammvulkan in der Region von Sidoarjo, im östlichen Teil von Java, Indonesien, heißen, viskosen und faulig riechenden Schlamm aus. 12.000 Menschen wurden aus diesem Gebiet evakuiert.

Jeden Tag stößt der Vulkan zwischen 5.000m³ und 150.000m³ Schlamm aus. Der Schlamm strömt aus einer Tasche mit unter Druck stehendem heißen Wasser aus einer Tiefe von 2.700m unter der Erdoberfläche. Beim Aufsteigen vermischt sich das Wasser mit Sedimenten zu einem viskosen, feinen Schlamm.

Die Ursache der Eruption konnte bisher noch nicht festgestellt werden, es ist jedoch wahrscheinlich, dass sie auf Bohrarbeiten eines indonesischen Gasförderunternehmens zurückzuführen ist.
Erste Versuche, den Schlot des Vulkans zu verschließen, schlugen fehl. Anschließend wurde mit der Errichtung von Dämmen begonnen, um den Schlammfluss einzudämmen.

Die Niederschläge in der Regenzeit schwemmen den Schlamm in die landwirtschaftlichen Bewässerungskanäle.
Viele Experten sind sich einig, dass unmöglich vorhergesagt werden kann, wie lange die Eruption noch dauern wird. Der Vulkan könnte noch für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte aktiv sein.

Lusi Mud Volcano - SPOT 5 Scene on 07/08/2006

SPOT 5 Aufnahme vom 7. August 2006

Lusi Mud Volcano - SPOT 5 Subscene on 14/08/2005

SPOT 5 Teilszene vom 14. August 2005

Der Vulkan Lusi (kurz für LUmpur SIdoarjo) forderte am 06. November 2006 seine ersten Opfer als wenige Hundert Meter im Norden des Kraters eine unterirdische Gaspipeline explodierte.
Durch die Explosion brach ein Damm, wodurch das Land im Norden des Kraters sowie die Hauptverbindungsstraße zwischen Surabaya und dem Rest der Insel vom Schlamm überschwemmt wurden.

Der Schlammvulkan befindet sich innerhalb eines Dreiecks, das aus der Hauptstraße, einer Eisenbahnlinie und dem Porong Fluss gebildet wird. Durch die Eruption wurden die Straßen- und Eisenbahnverbindungen mit Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens, und somit ihre 2,6 Mio Einwohner abgeschnitten. Die Verschmutzung durch den Schlammfluss gefährdet den Porong Fluss und andere Ströme, die zu den Reisfeldern im Osten sowie zu den wichtigen Fischgründen des Meeres vor Bali fließen.
 

Lusi Mud Volcano - SPOT 5 Image of 14/08/2005

SPOT 5 Teilszene vom 14. August 2005

Lusi Mud Volcano - SPOT 5 Image of 14/08/2005 (map)

Kartierung auf Grundlage der SPOT 5 Satellitenaufnahme vom 14. August 2005

Durch die Eruptionen des Schlammvulkans wurde ein ländliches Gebiet mit kleinen industriellen Einrichtungen überschwemmt. In diesem Gebiet befinden sich viele Dörfer und eine große neue Wohnanlage im Norden des Kraters. Dieses Gebiet befindet sich im Mittelpunkt eines Straßen- und Eisenbahnnetzes, und der Schlammfluss gefährdet wichtige Kommunikationsverbindungen, drei Brücken und auch einen Damm am Porong Fluss.

Schätzungen der Ausbreitung des Schlammsees mithilfe von Satellitenaufnahmen

Lusi Mud Volcano - Full-resolution subscene of SPOT 5 scene acquired on 07/08/2006

Hochauflösende Teilszene einer am 07. August 2006 erfassten SPOT 5 Szene

Lusi Mud Volcano - FORMOSAT-2 Satellite Image of 18/03/2007 (map)

Vergleich mit einer FORMOSAT-2 Teilszene vom 18. März 2007

Auf Grundlage der ersten Messungen können wir die Größe des Sees in einem Jahr schätzen und seine Ausbreitung vorhersagen (orangefarbener Kreis).

  • 29. Mai 2006: Beginn der Eruption
  • 07. August 2006
    - Der Schlammsee (rot hervorgehoben) erstreckt sich über ein Gebiet von 230 Hektar (2,3km²).
    - Die durchschnittliche Ausbreitung beträgt 3,3 Hektar pro Tag.
  • Prognose für 29. Mai 2007: Der Schlammsee (orangefarbener Kreis) könnte eine Größe von 1.200 Hektar (12km²) erreichen.

Der Vergleich der geschätzten Größe mit einer FORMOSAT-2 Aufnahme, die 9 Monate später (18. März 2007) gemacht wurde, zeigt, dass:

  • Der Schlammsee die nördlichen und südlichen Begrenzungen des Kreises erreicht hat,
  • Seine Ausbreitung von den Dämmen und Haltebecken eingedämmt werden konnte (hell-orangefarbene Markierungen),
  • Die Menge des stetigen Schlammflusses daraufhin angestiegen ist.
Lusi Mud Volcano - FORMOSAT-2 Satellite Image of 18/03/2007

FORMOSAT-2 Teilszene vom 18. März 2007

Die nähere Betrachtung des Gebiets zeigt vom Krater abfallende Rinnen. Diese bestätigen, dass sich der Vulkan hebt. Der Schatten im Nordwesten des Kraters, der von Dämmen umgeben ist, belegt ebenfalls, dass sich der Vulkan hebt und sich eine Vulkanspitze bildet.